Studienreise: Ostslowakei

Im Juni 2026 war ich fünf Tage in der Ostslowakei, begleitet von zwei slowakischen Kollegen, auf fünf Betrieben. Die Betriebe unterschieden sich in fast allem – Maschinenausstattung, finanzielle Möglichkeiten, Eigentümerstruktur, Know-how und Einstellung –, drei Dinge galten aber für alle: Sie sind aus ehemaligen LPGs hervorgegangen, halten neben dem Ackerbau auch Tiere und sind offen für die regenerative Umstellung. Deshalb war ich dort. Partner und Auftraggeber nenne ich nicht.

Marktdruck statt Förderung

Maschinenpark und Ausstattung der ehemaligen LPGs waren moderner als das, was ich in Ungarn üblicherweise sehe. Laut einem örtlichen Agronomen ist der Grund einfach: Wer nicht investiert, fällt aus dem Wettbewerb. Gute Mechanisierung ist also kein Ziel, sondern eine Folge des Marktwettbewerbs – wo die Haupteinnahme eines Betriebs vom Markt kommt, optimiert er auf die Produktion.

Zeitreise im Boden

Böden und Bestände im Osten erinnerten mich an Ungarn vor 2020: sattgrüner Mais auch ohne Bewässerung, viel Soja und Betriebe, die Gemüse und Kräuter in 6–8-gliedrige Fruchtfolgen einbauen – während in Ungarn vielerorts nur noch das Duo Sonnenblume–Getreide übrig ist.

Die slowakischen Betriebe haben noch einen Vorsprung: Sie können genug Biomasse erzeugen, um den Humusgehalt des Bodens in wenigen Jahren deutlich zu erhöhen, bevor die Dürre auch sie trifft. Bei uns hat sich vielerorts schon ein Teufelskreis gebildet: Ohne organische Substanz keine gute Bodenstruktur, doch auf degradiertem Boden laufen selbst Zwischenfrüchte kaum auf – oder die nächste Dürre vernichtet sie.

Was sich mitnehmen lässt

  • Mit der regenerativen Umstellung solltest du beginnen, solange der Boden noch eine Zwischenfrucht trägt.
  • Vielfältige Fruchtfolgen – mit Gemüse und Kräutern – funktionieren auch im Marktumfeld.
  • Investitionen erzwingt der Markt, nicht die Förderung – der Betrieb muss auf die Produktion optimiert werden.

Du denkst über eine regenerative Umstellung nach? Mehr über meine Beratung findest du hier – den vollständigen Bericht über den Markt, die Fruchtfolgen und den Alltag auf beiden Seiten der Grenze gibt es für Abonnenten bei Parasztvakítás (auf Ungarisch): Agrárkalandozások Kelet-Szlovákiában.

Beschreibung

Fünf ehemalige LPGs, fünf unterschiedliche Betriebe, ein gemeinsames Ziel: die regenerative Umstellung.

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