Dr. Ádám Koczor
Pflanzenschutzberater
Lebenslauf (PDF)
Rose am Anfang der Rebzeile, Rote Bete in der Zuckerrübe: Funktionieren Zeigerpflanzen?

Ein Rosenstrauch am Anfang jeder Rebzeile, ein paar Rote Bete mitten im Zuckerrübenfeld. Beides beruht auf derselben Idee: Eine empfindlichere Pflanze zeigt Krankheitssymptome früher als die Kultur, sodass man rechtzeitig schützen kann. Eine schöne Idee, und auf den ersten Blick logisch. Im Pflanzenschutz sind logisch und wirksam aber nicht immer dasselbe.

Woher kommt die Idee?
In deutschen Weinbaugebieten sieht man noch oft Rosen am Anfang der Zeilen: Der Überlieferung nach tritt der Rosenmehltau vor dem Echten Mehltau der Rebe auf, die Rose zeigt also den Spritzzeitpunkt an. Und in einem Direktsaat-Zuckerrübenfeld bin ich darauf gestoßen, dass dem Saatgut ein kleiner Anteil Rote Bete beigemischt wird, weil die Cercospora-Blattfleckenkrankheit (Cercospora beticola) auf ihr früher sichtbar wird.
Die beiden Fälle sind nicht gleich. Rosen- und Rebenmehltau werden von zwei verschiedenen Erregern verursacht (Podosphaera pannosa, bzw. Erysiphe necator), Zuckerrübe und Rote Bete dagegen sind zwei Varietäten derselben Art und werden vom selben Pilz befallen. Im einen Fall ist schon die biologische Grundlage fraglich, im anderen ist sie immerhin vielversprechend.
Woran eine Zeigerpflanze scheitern kann
Selbst wenn wir annehmen, dass die Zeigerpflanze empfindlicher ist, müssen in der Praxis mehrere Bedingungen zugleich erfüllt sein: Es zählen die Anfälligkeit der Sorten, das Vorhandensein einer Infektionsquelle und die Umweltansprüche der Erreger. Die Zeigerpflanze muss auf einem großen Schlag außerdem erst gefunden werden, und es lohnt sich zu überlegen, was mit ihr passiert, wenn die Behandlung misslingt.
Vier Fragen, bevor du es ausprobierst
- Befällt derselbe Erreger die Zeigerpflanze und die Kultur?
- Wie anfällig ist deine Sorte, und wie anfällig die Sorte der Zeigerpflanze?
- Wie findest und beobachtest du die Zeigerpflanzen auf dem Schlag?
- Was passiert, wenn die Zeigerpflanze selbst zum Infektionsherd wird?
Mancherorts ist so eine Methode eine günstige und nützliche Ergänzung, anderswo ist sie nur schön. Was davon bei dir zutrifft, entscheiden die örtlichen Gegebenheiten.
Ausführlich
Über beide Fälle und darüber, wie vielversprechend ich die Methode finde, habe ich bei Parasztvakítás geschrieben: Esettanulmány: növényvédelmi előrejelző növények (für Abonnenten).
Dabei kann ich helfen
Ich arbeite als unabhängiger Pflanzenarzt: Ich verkaufe keine Pflanzenschutzmittel und nehme keine Provision von Händlern. Meine Empfehlungen folgen nur einem Gedanken: was sich für deinen Betrieb lohnt.
- Telefonberatung: eine schnelle, fundierte Antwort auf eine konkrete Frage, danach mit schriftlicher Zusammenfassung.
- Beratung für die ganze Saison: systematische Begleitung, damit Probleme rechtzeitig erkannt werden.
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