Salbei-Saatgutproduktion

Der Echte Salbei (Salvia officinalis) ist eine Kultur, mit der ich mich von der Saatgutseite her beschäftigt habe: Ich habe ein zehn Hektar großes, biozertifiziertes Salbeifeld von der Blüte bis zur geprüften Saatgutpartie in Exportqualität begleitet. Heilpflanzen-Saatgut ist innerhalb des Heilpflanzenanbaus ein eigenes Fach und stellt ganz andere Fragen als der Anbau für die Droge.

Der Bestand ging nicht aus sortenreinem Vermehrungsmaterial hervor. Bei einer Heilpflanze ist das kein Mangel: Eine genetisch vielfältige, selbst vermehrte Population verkraftet extreme Jahre flexibler als eine Sorte mit enger genetischer Basis – und im Biolandbau ist genau diese Anpassungsfähigkeit eine der wichtigsten Reserven. Dafür ist die Partie nicht einheitlich, und das muss man gegenüber dem Käufer offen ansprechen.

Der Anblick des Feldes kann täuschen, wenn man einen unkrautfreien Bestand sucht: Zwischen dem Salbei steht Beikraut. Im Biolandbau ist aber nicht das unkrautfreie Feld das Ziel, sondern eine möglichst hohe Pflanzenbedeckung. Die Aufgabe ist zweifach: die eigene Unkrautunterdrückung der Kultur zu unterstützen und die wenigen Arten fernzuhalten, auf die es wirklich ankommt – gefährliche und invasive Arten sowie solche, die bei der Ernte Reinheit und Qualität der Heilpflanzenpartie beeinträchtigen. Beim Saatgut ist Letzteres der Engpass.

Das Saatgut haben wir mit dem Mähdrescher geerntet. Eine eigene Maschine gibt es dafür nicht: Alles hängt von der Einstellung des Dreschers, vom Erntezeitpunkt und von der Qualität der Reinigung ab. Das Ergebnis einer einzigen Saison waren rund 800 Kilogramm zertifiziertes Bio-Salbeisaatgut, das ich bei der Kontrollstelle in den Bestand aufgenommen habe – denn bei Bio-Saatgut ist nicht nur die Qualität des Saatguts die Ware, sondern auch seine Dokumentation.

Beim Saatgut entscheidet die Keimkraft. Beim Echten Salbei gelten 60 Prozent bei einjährigem Saatgut als gutes Ergebnis; die Fachliteratur nennt auch Partien um 20 Prozent. Der Fachliteratur zufolge wird Salbeisaatgut im Lager eine Zeit lang besser: Drei- und achtjährige Partien keimten besser als einjähriges Saatgut. Auch das Waschen in fließendem Wasser als Vorbehandlung kann die Keimkraft erhöhen.

Die Dokumentation der Partie gehört ebenso zur Ware wie das Saatgut selbst: Bio-Zertifikat, Bestandsaufnahme bei der Kontrollstelle, Keimtest und Partiespezifikation, zusammengeführt in einem Datenblatt mit Feldfotos.

Ich arbeite beim Hagebutten‐ und Oreganoanbau ebenso.

Wenn du über Heilpflanzen-Saatgutproduktion nachdenkst, kann ich dir dabei helfen: sieh dir meine Beratung an.

Wenn Sie Gedanken zu diesem Thema haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Beschreibung

Zehn Hektar zertifizierter Bio-Salbei: Saatguternte mit dem Mähdrescher, rund 800 Kilogramm Saatgut, mit Zertifizierung und Keimtest.

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